Wir über uns

Information über die Tätigkeit des Vereins Refudocs Freiburg e. V.

Durch unvorstellbare Brutalität der Kriegshandlungen in vielen Ländern gehört vor allem die Zivilbevölkerung zu den Leidtragenden. Sogar Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen werden dabei gezielt zerstört. So waren in den letzten Jahren mehr als 60 Millionen Menschen weltweit gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen und in fremden Ländern Schutz zu suchen. Aber auch sonstiger Terror und die Gewalt bestimmter Regierungen nehmen den Menschen neben ihrer wirtschaftlichen Not durch die unerbittlichen Folgen des Klimawandels jede Perspektive für ein Leben in Würde und ohne Hunger. Sie sind die unschuldigen Opfer. So sind 2015 allein in Deutschland über 1 Million Menschen angekommen, die lebensgefährliche Fluchtwege in Kauf genommen haben, um ihr nacktes Leben und das ihrer Familien zu retten und nun bei uns auf Schutz und Hilfe hoffen.  
Inzwischen sind in allen Bundesländern und in jedem Landkreis Notunterkünfte entstanden und es liegt an uns, der Zivilgesellschaft, ob es gelingt, diesen Menschen wieder Hoffnung zu geben und die mit der Integration der Flüchtlinge verbundenen  Herausforderungen zu meistern.  
Bei uns in Freiburg leben inzwischen mehrere tausend Flüchtlinge, die zum großen Teil in Notunterkünften untergebracht sind. Unter anderem auch, weil der nötige Wohnraum fehlt. Sie haben – so sehen es die Gesetze vor – bis zur endgültigen Entscheidung über ihren Asylantrag nur einen eingeschränkten Zugang zu unserem Gesundheitssystem, der Behandlung nur bei Schmerzen, akuten und bedrohlichen Erkrankungen und die Betreuung von Schwangeren und Kindern vorsieht. Die meisten Flüchtlinge benötigen jedoch mehr als das. Sie leiden auch an ihren inneren Verwundungen, die nicht nur mit schnellen Akuthilfen zu behandeln sind. Aber auch die allgemeinen ärztlichen Behandlungen sind viel aufwändiger als üblich. Hierfür braucht es bspw. Dolmetscher, was die Organisation und Durchführung jedes einzelnen Arztbesuches schwierig und zeitaufwändig macht. Abläufe in den Arztpraxen und Krankenhäusern stoßen dadurch an Belastungsgrenzen, aber auch für die Sozialdienste in den Flüchtlingsunterkünften ist der Organisationsaufwand einer ärztlichen Behandlung immens.
Als ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen und Angehörige anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in unserer Stadt zu verbessern. Dies vor allem durch die Organisation und Koordination einer von bürokratischen Hürden möglichst unabhängigen medizinischen Versorgungsstruktur.  
In Absprache mit der Stadtverwaltung haben wir daher alle bereits vorher bestehenden Initiativen unterschiedlicher Facharztgruppen in einem gemeinnützigen Verein zusammengeführt und deswegen am 7.12.2015 Refudocs e.V. Freiburg gegründet.  
Inzwischen bieten wir in allen Notunterkünften der Stadt wöchentlich eine allgemeinärztliche und eine pädiatrische Sprechstunde an, in denen uns zur besseren Verständigung Dolmetscher für verschiedene Sprachen zur Seite stehen.
Für alle darüber hinaus erforderlichen fachärztlichen Behandlungen überweisen wir die Betroffenen an Facharztpraxen in der Stadt oder an Spezialambulanzen in der Universitätsklinik. Die nötigen Termine werden zur Erleichterung und besseren Vermittlung inzwischen von einer ebenfalls durch uns eingerichteten Koordinationsstelle organisiert und an die Sozialdienste der Flüchtlingsunterkünfte zurück gemeldet.  
Für die Untersuchungstermine werden von der Stadt die nötigen Dolmetscher ebenfalls zur Verfügung gestellt, die die Patienten zu den Arztterminen begleiten.
Darüber hinaus organisieren die Refudocs-ÄrztInnen regelmäßig Impfaktionen in den Unterkünften, um möglichen Ausbrüchen ansteckender Infektionserkrankungen vorzubeugen. Diese Maßnahmen sind umso wichtiger, weil wegen der räumlichen Enge in den Unterkünften bei Ausbruch entsprechender Erkrankungen eine adäquate Isolierung ansteckender Patienten nicht durchführbar ist.
Wir sind froh und dankbar, dass die Bereitschaft, zu helfen und sich auch ehrenamtlich für die Flüchtlinge zu engagieren, in allen Berufsgruppen des Gesundheitswesens anhaltend groß ist, denn ohne diese engagierten UnterstützerInnen wären all unsere Projekte zum Scheitern verurteilt.  
Aufgrund der anhaltenden Hilfsbereitschaft plant Refudocs Freiburg sogar, die Angebote der medizinischen Versorgung auch auf Flüchtlingsunterkünfte benachbarter Gemeinden und Landkreise auszudehnen.